London ruft wegen Corona-Lage “Katastrophenfall” aus

Das Coronavirus breitet sich im Süden Englands weiter mit dramatischer Geschwindigkeit aus. Der Bürgermeister von London zieht die Reißleine: Für die Hauptstadt gilt nun der “Katastrophenfall”.

Wegen drastisch steigender Infektionszahlen hat London den “Katastrophenfall” ausgerufen. Der Bürgermeister der britischen Hauptstadt, Sadiq Khan, schrieb in einer Pressemitteilung, die Bedrohung durch das Virus sei an einem kritischen Punkt angelangt. “Einer von 30 Einwohnern Londons hat aktuell Covid-19. Wenn wir jetzt nicht umgehend reagieren, droht unser Gesundheitsdienst überfordert zu werden und mehr Menschen werden sterben.” Die Sieben-Tages-Inzidenz liegt bei mehr als 1.000 Fällen pro 100.000 Einwohnern. Zum Vergleich: In Deutschlands größtem Corona-Hotspot Meißen liegt der Wert bei etwas über 500.

42 Prozent mehr Patienten an Beatmungsgeräten
Während in den Londoner Rettungsstellen an arbeitsreichen Tagen normalerweise 5.500 Notrufe eingingen, seien es derzeit 8.000, heißt es in Khans Mitteilung. Zwischen dem 30. Dezember und dem 6. Januar ist die Zahl der Patienten in Krankenhäusern nach offiziellen Angaben um 27 Prozent gestiegen, die der Patienten an Beatmungsmaschinen um 42 Prozent. Khan geht davon aus, dass die Zahlen weiter steigen.

“Unsere heroischen Ärzte, Pfleger und NHS-Mitarbeiter verrichten einen großartigen Job, aber weil die Fallzahlen so schnell steigen, könnten unsere Krankenhäuser bald überfordert sein”, teilt Khan mit. NHS ist der britische Gesundheitsdienst. Laut der Mitteilung könnten in den kommenden Wochen die Krankenhausbetten ausgehen.

Video zeigt überarbeitete Pfleger und Ärzte
Ein Beitrag des britischen Senders BBC zeigt die Überarbeitung des Krankenhauspersonals in einer Londoner Klinik. Pfleger und Ärzte könnten unter der Belastung zusammenbrechen, befürchten die Menschen in dem Beitrag. Ein Arzt sagt, das derzeitige Tempo sei maximal eine Woche durchzuhalten.

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